Daria Rudolph Sächsische Vizemeisterin in der U8w

daria siegerehrung crop tmbFür die Mehrzahl der sächsischen Schachtalente war die Jugendlandesmeisterschaft Sachsens, die am 9. bis 11. Juli in Sebnitz stattfand, das erste Präsenzturnier nach langer Pause. Mit Kugelschreiber, einigen Kuscheltieren und Masken (häufig in Weiß oder Schwarz, wie es den Schachspielern ansteht) ausgestattet, duellierten sich 73 Teilnehmer in den Altersklassen U8, U10 und U12. Innerhalb von drei Tagen waren sechs Partien zu absolvieren. Während die größeren Gruppen ein getrenntes Turnier für die jungen Damen hatten, spielte die U8 ein Turnier mit separater Wertung. Viele Betreuer fieberten außerhalb des Turniersaales mit. Vom SC Leipzig-Lindenau waren immerhin 8 Spieler vertreten, die jede Altersklasse besetzten.


Da viele Spieler länger nicht gespielt hatten, waren die meisten Wertungseinschätzungen nicht sehr aussagekräftig und es gab manche Überraschungen in den Turnieren. Die erfolgreichsten Spieler Lindenaus waren die Jüngsten. Daria Rudolph konnte den Silberrang in der Mädchenwertung U8 erobern. Dabei unterlag sie noch in der 1. Runde ihrem Vereinskameraden Lennis Hübler, der den 6. Platz erzielte und mit 3,5 aus 6 Punkten zufrieden abschloss. Daria erreichte 3 aus 6 und es wechselten sich stets Niederlage und Sieg ab. Für beide ein schöner Erfolg, sie überlegten meist auch recht lang an ihren Zügen.
Da es in der U8 noch keine Deutsche Meisterschaft gibt, ergab der 2. Platz auch keine Qualifikation. Die U10 Spieler waren leider nicht so erfolgreich. Simon Rudolph holte mit 2,5 aus 6 noch einen Mittelfeldplatz, war aber nicht so zufrieden, denn vorab war er derjenige, der vielleicht die größten Chancen auf einen Medaillenplatz hatte. Bei den Mädchen blieben Lena Truong und Raphaela Meyer ohne vollen Zähler und spielten gegeneinander Remis, was Platz 11 und 12 bedeudete.
In der U12 spielten Johanna Ezold und Luisa Kießling nach langer Pause im Damenturnier wieder. Etwas Trainingsrückstand war anzumerken und bei Luisa blieb der Auftaktsieg ihr einziger, sie wurde Dreizehnte. Johanna spielte die ganze Zeit im Mittelfeld und hätte durch einen Sieg in der letzten Runde noch 4. werden können. Am Ende sprang bei sehr engen Abständen der neunte Platz mit 3/6 Punkten heraus. Bei den Knaben der U12 wurde gutes Schach geboten. Konrad Rudolph teilte sich hier einen hervorragenden 4./7. Platz (nach Wertung wurde er Sechster). Er hatte noch keine Deutsche Wertungszahl DWZ, und konnte 3,5/6 Punkte erzielen. Mit seiner Einstiegszahl liegt er in Sachsen nun ebenfalls auf Platz 6. Die lange Bedenkzeit des Turniers (eine Partie konnte drei Stunden dauern) half seinem ruhigen und sehr positionellem Stil. Zwei etwas unglückliche Weißniederlagen wurden umgehend mit Schwarz gekontert. Gut gemacht, stark verteidigt.
Sehr gefallen haben mir die Analysemöglichkeiten für die Kinder mit zwei Trainern (Hendrik Hoffmann und Cliff Wichmann), die ausgiebig genutzt wurden. Es wurde ein Bulletin versorgt, bei denen professionelle Graphologen die aufgeschriebenen Partien der Kinder entzifferten und in den Computer eingaben. Zu den Deutschen Meisterschaften im August ist kein Lindenauer Spieler qualifiziert. Sachsen wird dort durch talentierte Spieler repräsentiert, wobei ich vor allem den Mädchen in der U10 deutsche Spitzenplätze zutraue.

Johannes Rudolph